Der Bau der Kirche lässt sich nicht exakt datieren.
Bestimmte Elemente, wie z.B. die Gestaltung des nöMartin-Luther-Kirche-Hohenthurmrdlichen Eingangsportals oder die Säulen in den Schalllöchern am Turm aber weisen durch ihren "entwickelten romanischen Stil" auf eine Errichtung der Kirche im 12. Jh. bzw. Anfang des 13. Jh hin.

Das heißt also, dass die Kirche ca. 800 Jahre alt ist.

Welchem Heiligen die Kirche ursprünglich geweiht war, ist nicht bekannt.Vermutlich ist das Wissen darüber in der Reformationszeit verlorengegangen, da die Heiligenverehrung in der evangelischen Kirche keine Rolle spielt. Die Reformation setzte sich hier in dieser Gegend Mitte des 16. Jh. durch. 1555 war der erste evangelische Pfarrer an dieser Kirche im Amt. Im Jahre 1934 erhielt die Kirche zu Ehren des Reformators den Namen Martin-Luther-Kirche.

Das Gebäude ist vom altTyp eine schlichte romanische Saalkirche, von denen man viele hier im Saalkreis finden kann. Der Bau gliedert sich von Osten nach Westen in eine Apsis, an die sich ein etwas breiterer Chorraum anschließt, worauf dann ein noch breiteres Schiff folgt, welches wiederum am Ende von einem schmaleren Westturm abgeschlossen wird. Das gesamte Gebäude  ist aus Porphyrbruchsteinen errichtet, einem Baustoff, der im Steinbruch hier unmittelbar im Ort gefördert werden konnte. Lediglich die Quader, die die Eckverbände des Gebäudes bilden, sowie Türgewände, Fenstergewände und Bögen bestehen aus Sandstein, dessen Herkunft unbekannt ist.

Der ursprüngliche romanische Bau verfügte weder  über eine Empore noch über eine Orgel (Im Mittelalter galt Instrumentalmusik als Teufelswerk, so dass in den Kirchen nur reine Vokalmusik gepflegt wurde.). Die Empore in der Kirche und die erste Orgel wurden vermutlich im 17. Jh. eingebaut. 1724/25 wurde eine neue Orgel in der Kirche errichtet, welche dann 1856 im Rahmen einer großen Innenrenovierung der Kirche abgetragen wurde. Die Orgel in ihrem heutigen Zustand wurde 1877 aufgebaut, dabei ist aber nicht exakt geklärt, ob es sich um einen kompletten Neubau oder einen Wiederaufbau der alten Orgel von 1724/25 handelt.

 

 

Um 1856 sah die Kirche in Hohenthurm so aus:

hohenthurm-innen-um-1856

Geschichte der Glocken:alt

Anfang des 18. Jh. verfügte die Kirche über drei unterschiedlich große Glocken. Davon war die kleine wohl die älteste. 1758 wurde eine neue Glocke angeschafft. Dafür wurden vermutlich die zwei größeren der alten Glocken dem Glockengießer übergeben. Die kleine Glocke blieb im Turm. Die neue Glocke des Glockengießers Friedrich August Becker läutete ein knappes Jahrhundert im Turm der Kirche. 1853 sprang sie aber bei einem Sterbegeläut und wurde 1860 wieder vom Turm heruntergeholt. 1860 bekam die Kirche eine neue große Glocke und 1862 eine neue mittlere Glocke, die beide von dem Glockengießer Johann Gotthilf Große in Dresden gegossen worden waren. Diese beiden größeren Glocken wurden aber wiederum 1917 im Ersten Weltkrieg entfernt und eingeschmolzen, da man das Buntmetall für die Waffen-produktion benötigte. 

Die kleine Glocke blieb im Turm. 1921 wurden drei neue Klangstahlglocken im Kirchturm angebracht. Die kleine Bronzeglocke, die noch seit dem Krieg verblieben war, wurde an den Kirchenpatron Graf Adam von Wuthenau verkauft, der sie dann der Gemeinde Glesien stiftete. Die drei Klangstahlglocken stellte die Glockengießerei Schilling und Lattermann in Apolda her. Sie sind gestimmt auf g / b / des. Die größte der drei Glocken ist jetzt nach der Wiederinstandsetzung 1992 mit Hilfe einer Spende der Firma Möbel-Walther täglich zum Abendläuten und natürlich zu Gottesdiensten über Hohenthurm zu hören.

Zur Zeit der DDR war zu wenig Geld vorhanden, um die Kirche zu erhalten. So konnten seit Mitte der siebziger Jahre keine Gottesdienste mehr in diesem Gebäude abgehalten werden, und man überlegte in den achtziger Jahren, ob man die Kirche als Bauwerk vielleicht sogar aufgeben muss. Das passierte aber glücklicherweise nicht. Reparaturen wurden notdürftig ausgeführt und 1988 wurde von Gemeindemitgliedern das Dach des Kirchturmes mit Preolith-Schindeln gedeckt.alt

Nach der Wende gelang es unter großen Schwierigkeiten nun aber doch, in den Jahren 1993 und 1994 mit der finanziellen Unterstützung unserer Partnergemeinde in Bosenheim und mit vielen Spenden von Privatleuten und Firmen die ganze Kirche neu einzudecken, so dass eine völlige Wiederherstellung und Nutzung des Gebäudes wieder ins Auge gefasst werden konnte.

Durch weitere Spenden war es Ende 1995 möglich, die zerstörten Fenster an der Nordseite der Kirche durch neue zu ersetzen, in der Apsis wurde im März 1996 ein neues Bleiglasfenster eingesetzt.alt

Im Auguneues Giebelkreuzst 1996 konnten Malerarbeiten stattfinden und es wurden elektrische Heizkörper unter den Bänken angebracht. Damit ist die Kirche wieder nutzbar.

Zum Erntedankfest 1996 wurde die Wiedereinweihung der Kirche gefeiert. Das jüngste Stück aus der Einrichtung dieser Kirche ist der Taufstein, der im September 1997 aufgestellt wurde.

Im Jahr 2006 fanden am Kirchturm umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, bei denen auch das vor Jahren herabgestürzte 2. Giebelkreuz ersetzt werden konnte.

 

Bilder

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